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Geschichte der Lippe

Von den Römern bis zum Mittelalter

Die Römer begannen ungefähr zur Zeit der Geburt von Christus die sogenannte „Germania liberia“.
Das Ziel dieser „Germanienkriege“ war es, das Römische Reich weiter auszuweiten.
Da sich die Römer im neuen Gebiet erst neue Infrastruktur errichten mussten, wurde zum Materialtransport ein Fluss genutzt – die Lippe.

Die Lippe wurde genutzt, da sie gut geeignet zum Schiffsverkehr war und daher zur zentralen Beschaffungsroute wurde.1
Aus diesem Grund findet man heutzutage auch einige Römerlager, wie das sog. Aliso in Haltern am See2.

Durch die Lippe wurde daher die Grenze des Römischen Reiches zeitweise rechtsrheinisch erweitert.

(Nachgestelltes Bild)

Die Lippe im Mittelalter

Zur Zeiten des Mittelalters war die Lippe eine Grenze in verschiedenen Sichtweisen;
kirchlich, wirtschaftlich oder auch aus der Sicht der Zuständigkeit für den Fluss selbst.

Kirchlich war die Lippe die Grenze zwischen dem Hochstift Münster und dem Erzstift Köln.
Es gab diverse Auseinandersetzungen zwischen den beiden oben genannten Parteien, wem nun welches Stück Land gehört, da sich der Flusslauf der Lippe natürlich anpasste.

Wirtschaftlich gab es zwischen Städten, welche gegenüber an der Lippe lagen, des Öfteren Streit, wem die Zölle, welche die Schiffe beim passieren bezahlen mussten, gehören.

Im Bezug auf die Zuständigkeit waren sich die Parteien an der Lippe ebenfalls uneinig.
Wie „dorsten-transparent“ schreibt, gab es selbst bei banalen Dingen, wie Leichen im Fluss, Auseinandersetzungen wer diese zu entfernen hat.3

(Nachgestelltes Bild)

Grenzen im Mittelalter

Wenn man sich nun die Frage stellt, ob den Leuten zur Zeit des Mittelalters Grenzen bewusst waren, kann man dies durchaus mit „ja“ beantworten.
Wie oben bereits geschrieben, gab es diverse Streitthemen zwischen den Ansässigen an der Lippe.

Des weiteren wurde die Lippe jedoch auch als Schutz empfunden. So schreibt die Tageszeitung „Ruhr Nachrichten“, dass die Stadt Werne die Lippe mit Graben und Zaun zum Schutz vor Überfällen nutzte. Diese Schutzmechanismen hielten jedoch nicht stand und so wurde Werne um das Jahr 1400 durch den Grafen von der Marck überfallen uns ausgeraubt.4

Wie wurden ohne Flüsse Grenzen festgelegt?

Gab es mal keine Flüsse zwischen zwei Fürst- oder Herzogtümern oder Ähnlichem, nutze man andere natürliche Eckpunkte wie Bäume, Felsen oder Sümpfe.5

Was kann man zusammenfassend zur Lippe im Mittelalter sagen?

Die Lippe war im Mittelalter eine wichtige Grenze. Sie trennte Kirchenverwaltungen, war ein wirtschaftlich umkämpfter Bereich, aber gleichzeitig war man sich nicht einig, wer für die Lippe zuständig war.

Persönliche Meinung

Ohne die Römer wäre die Lippe wohl nicht so einflussreich geworden. Die Römer nutzen die Lippe früher als Handelsweg, besiedelten sie und schafften so grundlegende Infrastruktur. Im Mittelalter waren die Handelsbewegungen auf der Lippe dann umkämpft, zum Beispiel durch den Anspruch auf die Zölle. Also wenn es um Geld ging war man gierig, wenn es um problematische Dinge wie Leichen ging, gab man diese Aufgabe gerne dem auf der anderen Seite.

  1. https://www.lwl.org/fremde-impulse-download/start/LWL/Kultur/fremde-impulse/die_impulse/Impuls-Roemerlager.html ↩︎
  2. https://www.lwl.org/triumph-ausstellung/start/roemerlager-haltern.html ↩︎
  3. https://wiki.genealogy.net/Lippe_(Fluss)
    http://www.dorsten-transparent.de/2013/12/grenzfluss-lippe-die-fruhere-lebensader-der-stadt-brachte-den-einwohnern-wohlstand-aber-auch-drangsale-und-elend/ ↩︎
  4. https://www.ruhrnachrichten.de/werne/die-lippe-bei-werne-diese-besondere-rolle-spielte-der-fluss-im-mittelalter-w753898-2000857830/ ↩︎
  5. https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/16946/1/Jaspert_Grenzen_und_Grenzraeume_im_Mittelalter.pdf ↩︎